Identität Schweiz - Identité Suisse - Identità Svizzera

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Kaum zu glauben, was euch gelungen ist, hätte ich − und viele «Ähnlich-Denkende« auch gerne geschafft. «Dank euch verstehen wir uns bald wieder in der eigenen Muttersprache». Unglaublich, dass dank euch der Funke, bei Leuten und Gruppierungen mit nassen Zündschnüren, am springenden Punkt angekommen ist. Mit anderen Worten: Statt Kriminellenschutz, bekommt auch Opferschutz wieder einen bestimmten Stellenwert. (Natürlich, wer für die Opfer weniger Verständnis hat als für die Täter, darf dies mit einem «X» auf seinem Briefkasten dem gewünschten Besuch bekannt geben). Aber eben, wenn man die Bibel missbraucht um Lösungen zu verhindern, ist ja klar, dass die 10 Gebote vergessen werden, dafür jene Sachen, welche aus praktischen Gründen (aber nichts mit Religion zu tun haben) in den Konfessionen und Kulturen verankert wurden nun hochgespielt werden.

Leider − oder zum Glück − bin ich kein Schriftgelehrter. So erlaube ich mir die Frechheit, das, was mir auf den Lebensweg mitgegeben wurde, zu brauchen. Zum Beispiel: Christlich ist das, was die Leute zusammenführt – und nicht, was sie trennt. Wenn man «Alle» sagt, müsste es doch so gemeint sein. Es steht ja auch nicht: «Vor Gott ist jeder Mensch gleich». Dann dürfen auch «Alle» die von Gott gegebenen «eigenen» Hirnzellen gebrauchen − oder? So braucht sich niemand, unabhängig von Geld, Glauben und Kultur, zu verstecken (Vermummungsverbot für Alle)! Ob wir es gerne hören oder nicht, die alten Weisheiten haben ihre Berechtigung erhalten. Z.B: Es ist jedes Land das, was das Volk daraus macht. Das gilt auch für uns Schweizer. Wenn wir die Probleme erwähnen, und anpacken dürfen, ohne dass wir in eine schmutzige Ecke gedrängt werden, wäre doch allen Anständigen in diesem Land gedient. Schliesslich geht es bei Allem und überall um das Mass.

Als zynischer Denkanstoss: «Alkoholiker leben bestimmt nach der Bibel. Denn die sagen sich: Alkohol ist mein grösster Feind − aber in der Bibel steht geschrieben: Liebet eure Feinde!». Übrigens: Der Inhalt im Lesebrief vom 30.06.2004, «Wer an den Storch glaubt, der darf aus meiner Sicht ruhig auch an Sicherheit durch den Schengen-Vertrag (offene Haustüren) glauben», und der Aufwand und Ruf nach immer mehr Polizei, lassen grüssen. Siehe Olympiade usw.!

Schade, dass soviel Unerwünschtes wahr wurde und wahr wird. Aber dank euch Kriminellen erlauben wir uns, uns über Parteigrenzen hinweg, wieder zu verstehen. Vielleicht bekommt sogar unser Nationalfeiertag wieder den verdienten Stellenwert. Lasst uns Anstand und Logik neu erfinden, dann braucht es weniger Gesetze und weniger Schikanen. Dann können «Alle», auch die Anständigen wieder vermehrt lachen!

Hermann Wyss-Meier, Schneisingen