Identität Schweiz - Identité Suisse - Identità Svizzera

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Diese Gedanken gingen an den Bundesfeiern direkt und indirekt durch viele Reden. Was einst in Staatskunde und im Unterricht aufgeschnappt wurde: Dass diese Devise «Dominus providebit» («Herr erhalte uns!») nicht nur für den Fünflieber, sondern auch für die gesamte Währung und für die direkte Demokratie seine Bedeutung hatte. Leider wurde es Mode, die Probleme mit Scheuklappen anzugehen. Kein Wunder, dass wir lange nicht merkten – oder wahr haben wollten, was alles von unseren Vorfahren, an überlieferten Werten gefährdet sind.

Nun wirkt es beinahe zynisch, dass Kriminelle durch die Masslosigkeit in vielen Bereichen es fertig gebracht haben, dass wir uns allmählich wieder in der eigenen Muttersprache verstehen. Schön, dass wir statt uns gegenseitig schlecht zu machen, Probleme wieder angehen und richtig lösen können. Hätten wir, als es um den Schengen-Vertrag (offene Haustüren) ging, auf Dominus und auf Bewährtes gesetzt, statt an den Storch geglaubt, so könnten heute nicht nur die Kriminellen lachen.

«Dominus providebit» – dann merken es auch die Verantwortlichen bei Kirche und Staat: Zurückbesinnung und Mut zum Bewährten – oder Hilfe zur Selbsthilfe, könnte nicht nur uns, sondern auch für die Leute in Krisengebieten mehr nützen, als wenn wir die Verbrecher statt die Opfer schützen.

Und – wo ist die Macht der Medien, wenn es schlimmer ist von Missständen zu reden und zu schreiben, als ein Verbrechen auszuführen?

Hermann Wyss-Meier, Schneisingen