Identität Schweiz - Identité Suisse - Identità Svizzera

Identität Schweiz - Identité Suisse - Identità Svizzera

Dies ist sicher für viele eine dumme Frage. Seit Generationen will man die Leute mit Geld erziehen oder lenken. Warum machen wir dann bei der Sackgebühr den gleichen Fehler wie im Finanzwesen und im Umweltbereich? Anstatt die Anständigen zu belohnen werden die «Charakterlumpen» belohnt und vergöttert. Von der Sackgebühr via Finanzkrise über «Menschen(un)rechtskommission» bis zum Demokratiesterben wird doch eines immer deutlicher: So lange wir die Anständigen bestra-fen, statt belohnen, führt dies zu einer Sauerei in der Umwelt genau wie im Finanzwesen, also in eine Sackgasse in unserer Gesellschaft – darum «Sackgebühr». Die indirekt an der Sackgebühr kre-pierten Fische und Kühe lassen grüssen. Leider haben diese keine Stimme mehr.

Weil ich weder Theologe noch sonst ein Schriftgelehrter bin, kriege ich die Kurve nicht immer so korrekt. Aber für mich ist klar, wenn in der Bibel «Wer Augen hat, der sehe – und wer Ohren hat, der höre!» steht, heisst das für mich ganz einfach: Ein «Scheuklappenverbot» müsste die Volks-vertreter zum Hinschauen und Zuhören zwingen. Dann wäre Anstand wieder das, was es einmal war. Und zwar so, dass man wieder hemmungslos die Wahrheit sagen dürfte. Es ist unanständig, aber wahr: «Es ist jedes Land das, was das Volk daraus macht». Ob Tierseuchen, Litteringseuche oder ein verseuchtes Asylwesen, die Spielregeln müssten sein: Weitblick ohne Scheuklappen!

Dies führt zur ernsten Frage: Ist das Abfall, wenn man daraus Energie und Rohstoffe machen kann? Genauso im Asylunwesen. Helfen muss verstanden sein! Wem helfen wir, wenn wir ausgerechnet jene Kräfte weglocken, welche in den Herkunftsländern dringend gebraucht werden? Solange «An-stand» eine Schande ist, müssen wir uns nicht wundern, wenn ausgerechnet die Leute, welche ihre eigenen Kinder nicht erziehen wollen, daran glauben, die Gesellschaft mit Schikanen und fremdem Recht erziehen zu müssen.

Schengen oder Föderalismus? Batteriehaltung für Kinder oder die gesunden Familien (der Staat im Kleinen)? Gott sei Dank gibt es noch Anständige und Dumme, sonst wären die Gesetze und Vor-schriften für die Katz. Ja, wenn es dann allen gleich schlecht geht, muss keiner mehr dem andern helfen – dann kann jeder wieder sein Glück selber schmieden. Und die Demokratiehasser werden sich − und alles was sie nicht sehen wollen, hinter ihren Scheuklappen verstecken. Ach, wie wäre das einfach und schön, wenn Anstand dominieren würde und man sogar ein Herz für die Schweiz haben dürfte.

Hermann Wyss-Meier, Schneisingen

Veröffentlicht in: «Die Botschaft» am Mittwoch, 5. Dezember 2012