Identität Schweiz - Identité Suisse - Identità Svizzera

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Siebenjährige randalieren auf Friedhof - Schläger bekommen bedingte Strafen. Abzocker, welche Institutionen in den Abgrund gefahren haben, nehmen sich für den angerichteten Schaden Boni und beantragen die Décharge-Erteilung.

Klar, die siebenjährigen Randalierer tragen keine Krawatte während den Straftaten und wirken billiger als die Abzocker. Aber die Wurzeln bei den erwähnten Gruppen haben sicher eines gemeinsam: «Mein Kind muss selber merken wo die Grenzen sind!» Früher, als die Leute noch selber denken durften, war so eine Äusserung vielleicht harmlos. Aber heute, seit wir so dumm sind und für alles Studien brauchen, bevor man etwas flicken kann oder darf, kommt es halt zur Katastrophe. Wir sollen nicht immer alle in den gleichen Topf werfen, tönt es. Natürlich, es gibt auch anständige Diebe und Einbrecher – diese entwenden die Sachen, damit nichts sonst wegkommt oder geklaut wird.

Ja, was können wir «für» die Kriminalität und Ungerechtigkeit noch tun? An den Landesgrenzen dürfen keine Kriminellen behindert werden - wozu auch? Die Polizei muss sowieso ein wenig tot sein, bevor die Dienstwaffe gebraucht werden darf. Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen sich entwaffnen und schlafend stellen, wenn sie physisch und psychisch überfallen und überfahren werden. Schön wäre es, wenn das Erwähnte als Witz verstanden werden könnte. Schön ist auch, dass sich alle Parteien und Medien in einem Punkt einig sind. Der ganz grosse Teil der Jugend ist sogar super – besonders wenn man an die schlechten Vorbilder denkt.

Dies gilt auch für alle Berufe und Institutionen. Also, warum wollen wir dann nicht klar, deutlich und rigoros durchgreifen? Muss die grosse Mehrheit der Bevölkerung unter der kleinen gemeinen Minderheit leiden? Das Rad müssen wir nicht dauernd neu erfinden, aber mit Knoblauch als Medizin gegen die Vergesslichkeit – oder durch stetes Wiederholen der alten Weisheiten: «Im Hause muss beginnen, was im Staat gedeihen soll!» genau wie: «Wer Unanständige schützt, schadet den Anständigen.» Zudem, «weltoffen» heisst sicher nicht: «Bewährtes zerstören» – dazu braucht es für die Anständigen nicht noch mehr Gesetze und Schikanen.

Hermann Wyss-Meier, Schneisingen